Harnblase

Man unterscheidet zwischen einer Speicherfunktion und einer Entleerungsfunktion der Harnblase. Beides kann gestört sein. Ursachen sind Entzündungen, Blasensteine, Abflussstörungen z. B. durch eine Vergrößerung der Prostata. Gerade bei Frauen kann es durch eine Bindegewebsschwäche zu einem ungewollten Urinverlust kommen. Eine Sonderform ist das nächtliche Einnässen bei Kindern, seltener auch bei Jugendlichen oder Erwachsenen.

Mit zunehmendem Alter kann die Harnblase von Krebs befallen werden. Dieses ist der zweithäufigste urologische Tumor. Von 100.000 Menschen erkranken pro Jahr etwa 20 an einem Harnblasentumor, meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Ein gehäuftes Auftreten findet sich bei Rauchern und nach langjährigem Kontakt mit bestimmten Chemikalien.

Die Tumore können oberflächlich im Bereich der Schleimhaut wachsen und können dann mittels Ausschälung durch die Harnröhre meist geheilt werden. Bei Tumoren, die in den Blasenmuskel eingewachsen sind, ist gelegentlich die Entfernung der Harnblase erforderlich. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit eine neue Harnblase zu konstruieren, so dass eine weitgehend normale Entleerungsfunktion wieder hergestellt wird.  

Die Diagnostik eines Blasenkrebses besteht orientierend in einer mikroskopischen Untersuchung des Urins sowie evtl. einem Urintest (z. B. NMP22) auf evtl. Tumorzellbestandteile.

Auf Wunsch kann eine praktisch schmerzfreie endoskopische Untersuchung mit einem hochflexiblen Instrument durchgeführt werden, welche nahezu zweifelsfrei einen Tumor in der Blase ausschließen oder nachweisen kann.